Italienische Lebensmittel für Menschenrechte

Wir haben in diesem Jahr bereits Olivenöl aus Kalabrien, Wein aus Sizilien, Timilia-Nudeln aus der Basilikata und Tomaten aus Apulien importiert und vermarktet. Jetzt folgen Granatäpfel und Orangen. All diese Produkte haben eine Geschichte, die eng mit Flucht, Migration und Integration zusammenhängt.

Denn diese drei Provinzen Italiens sind nicht nur die ärmsten und verlassensten ganz Italiens. Sie haben auch die größten Probleme mit den Mafia-Clans, die hunderttausende Afrikaner, die die Flucht über das Mittelmeer überlebt haben, in moderner europäischer Sklaverei in den Ghettos der industriellen Landwirtschaft halten. Riesige Profite bei gleichzeitig niedrigen Preisen im Supermarkt sind nur durch Rechtlosigkeit und kriminelle Ausbeutung möglich. Das alles nicht etwa versteckt, sondern mit Wissen und Duldung von Regierungen, Polizei und Bürgern.

Wir wollen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit bekämpfen.

Es gibt Alternativen!

Caporalato ist der italienische Begriff für ein Ausbeutungssystem durch mafiakontrollierte “Vorarbeiter”, die den illegalen Arbeitern den größten Teil ihres Lohns für Transport, Miete (Plastikplanen-Zelte) und Trinkwasser abnehmen.

Die von uns importierten Lebensmittel wurden ebenfalls mit Hilfe von Geflüchteten aus afrikanischen Ländern geerntet, verarbeitet und produziert. Aber sie haben in mafiabefreiten landwirtschaftlichen Betrieben Süditaliens legale Arbeit, gerechten Lohn und menschenwürdige Lebensverhältnisse gefunden.

Heute erreichte uns die Nachricht, dass in der vorbildlichen Kooperative NoCap inzwischen 400 gute Arbeitsplätze entstanden sind. Unsere Pelati- und Passata-Tomaten in Bio-Qualität sind von NoCap. Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein sehr guter Anfang, den wir tatkräftig unterstützen. NoCap ist eine Genossenschaft, die Gewinne wieder in gute Arbeitsplätze investiert, Geflüchtete bei ihrer Integration unterstützt, ausbildet und auch bei der Rückkehr in ihr Heimatland unterstützt.

NoCap-Gründer Yvan Sagnet hat dem Ernteteam die Arbeitsverträge überreicht

Faire Produkte + fairer Konsum = faire Lebensbedingungen

Grund genug für uns, Öl, Tomaten und Nudeln jetzt auch noch Orangen und Granatäpfel folgen zu lassen, die wir palettenweise beziehen und hier vermarkten.

Wir meinen, es ist nicht genug, Fernsehbilder über Flucht und Seenotrettung einfach nur schrecklich zu finden. Wesentlich besser ist es, durch den eigenen Konsum solche Projekte gezielt zu unterstützen und gleichzeitig Supermärkte zu boykottieren, die von der Missachtung der Menschenrechte profitieren.

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir große Unterstützung erfahren.