Antwort in Kürze! FC Bayern München

Antwort in Kürze! FC Bayern München

20. November 2019 0 Von khj

An Vorstand und Aufsichtsrat
der FC Bayern München AG
Säbener Straße 51-57 81547 München

2. offener Brief unserer Reihe „Jetzt Verantwortung fordern“
Hier: Vorbildfunktion des FC Bayern im Klimaschutz

Sehr geehrte Herren des Vorstands und des Aufsichtsrates,

Fußball ist nicht nur „die schönste Nebensache der Welt“ sondern auch Business. Für den FC Bayern trifft das in ganz besonderer Weise zu.

Der FC Bayern ist ein bedeutendes Wirtschaftsunternehmen, aber auch verbunden mit einem ebenfalls bedeutenden Einfluss auf das Klima. Die ausverkaufte Allianz-Arena und der Audi-Dome, regelmäßige Flugreisen des Teams, ein hochkarätiger Fahrzeugpark und zigtausende Fans, die während der Heimspiele das Parkhaus füllen und zu den Auswärtsspielen fahren, das alles erzeugt sehr viel CO2 und schädigt zweifellos das Klima.

Auf den Punkt gebracht und ungeschminkt heißt das nichts anderes als: Fußball über Kreisliga-Niveau ist schlecht für das Klima. Weltweit betrachtet sogar katastrophal. Das gilt selbstverständlich auch für andere Sportarten, aber für den Fußball ganz besonders.

…Es sei denn, Sportveranstaltungen würden klima- bzw. CO2-neutral durchgeführt. Das heißt, ein Äquivalent an CO2-Zertifikaten würde die negativen Folgen kompensieren. Für jede beliebige Veranstaltung kann eine Emissionsbilanz erstellt und ein entsprechender Emissionsausgleich geschaffen werden.

Richtig, das kostet Geld! Aber wer sagt, dass Klimaschutz kostenlos ist?

Wir wissen alle, dass wir in wenigen Jahren den „Point of no return“ erleben werden, wenn alle so weitermachen wie bisher. Die Wissenschaft ist bereits verzweifelt über die Ignoranz der Politik, der Wirtschaft und der Konsumenten.

Was ist die Konsequenz? Nein, wir sagen (noch) nicht, dass keine Fußballspiele mehr stattfinden dürfen.

Aber wir Klima-Aktivisten zermartern uns den Kopf, wie wir alle maßgeblich Verantwortlichen dazu bewegen können, jetzt sofort umzudenken und wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bevor es zu spät ist.

Unsere Idee ist ein durchaus realisierbarer Vorschlag:

  • Wie wäre es, wenn der FC Bayern eine CO2-Bilanz für seine Aktivitäten und insbesondere für ein einzelnes Fußballspiel im eigenen Stadion erstellen ließe?
  • Wie wäre es, wenn der FC Bayern in aller Öffentlichkeit, in allen Medien und vor allen Spielen im Stadion bekanntgeben würde, dass ab sofort alle Heimspiele mit einer entsprechenden Kompensation CO2-neutral durchgeführt werden.
  • Wie wäre es, wenn der FC Bayern für sein gesamtes Geschäftsfeld Klimaneutralität bis 202x anstreben und bekanntgeben würde.
  • Wie wäre es, wenn sich der FC Bayern mit Hilfe seines großen Ansehens und Einflusses im DFB, in der UEFA und in der FIFA dafür stark machen würde, dass alle Vereine und Nationalmannschaften dem Beispiel des FC Bayern folgen.
  • Wie wäre es, wenn der FC Bayern regelmäßig darauf hinweisen würde, dass Sportveranstaltungen per se energieintensiv sind und deswegen ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zur Anwendung kommt?
  • Wie wäre es, wenn der FC Bayern sich als erster Fußballverein an die Spitze des Klimaschutzes stellen und daraus ein weiteres Premium-Markenzeichen machen würde?

Es gäbe noch viel mehr kreative Ideen, Klimaschutz zu vermarkten und so zum Erfolg zu verhelfen.

Der FC Bayern hat ein gewaltiges Potential, entscheidende und vorbildhafte Maßnahmen zu treffen, die weltweite Beachtung und Skalierung auslösen könnte.

Und dann gäbe es da noch eine nächste Stufe:

Wie wäre es, wenn der FC Bayern zusätzlich zur fiskalischen Bilanz – und ebenfalls als Markenzeichen – eine Gemeinwohlbilanz (www.ecogood.org) erstellen würde? Aus der würde ersichtlich, dass Profisport nicht nur unterhaltsam ist, sondern gleichzeitig auch durch belegte Nachhaltigkeit dem Gemeinwohl in ganz besonderer Weise dient? Auch hier wäre die Vorbildfunktion des FCB wegweisend.

Spätestens seit Greta Thunberg muss von einer Klimaschutzbewegung gesprochen werden. Wir denken, dass es jedem Einzelnen und jedem Unternehmen gut anstehen würde, sich dieser Bewegung mit Leidenschaft anzuschließen und ab sofort alle Hebel in Bewegung zu setzen, um dem Klimaschutz im Kleinen wie auch im Großen beizustehen.

Sie, verehrte Herren des Vorstands und des Aufsichtsrats, sind mit dem FC Bayern Vertreter des Großen. Ihr Einfluss auf die einzelnen Menschen und die Gesellschaft im Ganzen ist beachtlich. Der FC Bayern ist mit seiner Rolle in der Gesellschaft ein außerordentlich wichtiger Multiplikator. In Bayern wird gern das Wort vom Vorreiter gebraucht und oft auch missbraucht.

Im Fall des FC Bayern könnten wir uns aber eine Vorbild- und Vorreiterrolle für den Klimaschutz sehr gut vorstellen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir Ihre Meinung dazu mitteilen würden. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn mein Schreiben Früchte tragen würde.

Mit freundlichen Grüßen
Karl Heinz Jobst

PS:
Dieses Schreiben geht auch als offener Brief und als Stein des Anstoßes auf elektronischem Weg an meinen Presse- und Medienverteiler.

Alle bisher versandten offenen Briefe und deren Antworten der Reihe „Jetzt Verantwortung fordern“ können unter http://verantwortung.oeko-und-fair.de heruntergeladen werden.

Nr. 1
An den Intendanten
des Bayerischen Rundfunks
Herrn Ulrich Wilhelm
Rundfunkplatz 1
80335 München

Nr. 2
An Vorstand und Aufsichtsrat
der FC Bayern München AG
Säbener Straße 51-57
81547 München